Sonntag, 8. Februar 2009
Nudelwalker übersiedelt ...
... in eine anspruchslosere Umgebung (einstweilen ohne Kommentarfuktion, aber die vermisst eh keineR):
miserable outskirts
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Mittwoch, 4. Februar 2009
Und hat er endlich was erreicht, nimmts eine Frau ihm weg
(...) der Kampf um die Gleichberechtigung ist bei uns längst gewonnen. Grüne Männer haben das seit der Gründung unterstützt.... schreibt Peter Pilz, und findet es folgerichtig unsinnig, aus der Gschicht um Voggenhuber jetzt einen Geschlechterkampf zu konstruieren.
Möcht mensch ihm beinah abnehmen ... stünd in dem Beitrag nicht das Wörtchen StreithähnInnen. Der Gockel als Maßstab? :-)
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Samstag, 31. Januar 2009
Bloggender Baum?
Apropos Kampfhund: immer mehr Bäume in der Umgebung haben schwere Schäden, da sie von gewissen Herrschaften dazu verwendet werden, ihre Hunde daran scharf zu machen. Die Bissspuren sind furchteinflössend
... schreibt der Zwischenrufer, bei dem es sich offenbar um einen Baum handelt: Denn wer sonst, außer einem Stück Holz, würde sich vor Hunden fürchten, die in Stöckchen beißen? :-)
Derlei Vierbeiner werden gemeinhin Stöckchen-Junkies genannt, manche von ihnen bevorzugen größere Äste, der eine oder andere tuts vielleicht nicht unter einem ganzen Baum. Das mag aus gärtnerischer Sicht ein Problem sein - oder nicht unbedingt: ich hätte da ein verkrüppeltes Obstbäumchen im Garten, das weg muss, also wenn jemand einen Hund zur Hand hätte, der mir die Arbeit abnehmen würde ... -, ist aber für Zweibeiner wohl genauso wenig gefährlich wie Hunde, die Bälle zerbeißen. Oder anderes Plastik- und Gummispielzeug. Oder was sie dafür halten - Autoreifen zum Beispiel. Letztere sind, wenn an einen Baum gehängt, ein Heidenspaß für viele Hunde, ersparen ihren HalterInnen das tausendfache Bällchenwerfen und halten auch länger als Bälle. Wenn kein baumelnder Reifen da ist, wird auch schon mal eine Schaukel mit Hartgummisitzbrett als Alternative genommen. Befindet selbige sich auf einem öffentlichen Spielplatz, spricht das entschieden gegen den/die HundehalterIn, der/die das zulässt - aber nichts daran spricht für die Vermutung, Hunde würden auf diese Weise "scharf" gemacht. Scharf auf Gummi ist bald wer, dafür muss mann kein Hund sein. Ist aber meistens eine harmlose Vorliebe. :-)
Auch die ergänzende Phantasie, die Bäume und Schaukeln würden - wie's der ORF berichtet - zu scharfmachenden Trainingszwecken "mit blutgetränkten Fetzen und Tier-Kadavern" angereichert, entbehrt jeglicher Logik: Ein Hund, der blutige Lappen futtert, könnte vielleicht einen Job als Müllschlucker in einer Erste-Hilfe-Station bekommen, würde in dieser Funktion aber doch nur für gebrauchte Pflaster eine Bedrohung darstellen. Und die Tier-Kadaver - Hunde fressen nun mal tote Tiere. Meistens stecken sie in Dosen, manchmal fallen sie vom Grill oder vom Teller des Hundehalters untern Tisch, wo der Fiffi sabbernd wartet; und manche HalterInnen füttern ihren Hund sogar mit rohem Fleisch. Das ungekochte Gulasch macht den Hund mit der gleichen Wahrscheinlichkeit zum Killer wie Carpaccio oder ein blutiges Steak den zweibeinigen Gourmet. Wer ernsthaft glaubt, dass ein Hund, der ein totes Karnickel verputzt, als nächstes einen Pensionisten inhaliert, glaubt auch, dass Sushi-Bars Trainingscamps für Auftragskiller sind. :-)
Und ja, selbstverständlich gibt es HundehalterInnen (das Binnen-I nur der Form halber, ich vermute, dass es - abseits des seriösen Hundesports - in erster Linie Kerle sind), die ihre Hunde auf Menschen scharf machen. Aber Bäume und Schaukeln taugen zu diesem Zweck nicht besonders: Hunde können nämlich gar nicht gut verallgemeinern. Hat der Wuff gelernt, am Wohnzimmerteppich "Sitz" zu machen, brauchts noch einige Mühe, bis ers auch auf der Wiese kann und am Asphalt - und wenn er Menschen angreifen soll, muss er das an Menschen lernen, nicht an Bäumen, sonst springt er auf "Fass" immer nur die nächste Pappel oder Birke an. :-)
Und nur der Vollständigkeit halber: Der Begriff "Kampfhund" bezeichnet keine Rassen, sondern ein Einsatzgebiet. Eben den Kampf, meist gegen Artgenossen, aber auch gegen andere Tiere, vom Bullen bis zur Ratte. Letztere unter Wettkampfbedingungen in möglichst großer Zahl zu töten, war mal der Job von niedlichen kleinen Yorkies ... Jetzt stecken sie meist als Damenwaffen in Handtaschen und verteidigen Betten gegen nicht mehr geliebte Ehemänner. Aber dieser Aspekt der kulturellen Kampfhundevolution wird in der öffentlichen Diskussion sträflich vernachlässigt. :-)
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Mittwoch, 28. Januar 2009
Wenn am Sonntag Wahlen wären ...
welche Partei würde Ihre Stimme bekommen?
Die SPÖ, weil Sie Pröll nicht leiden können? Oder die ÖVP, weil Sie Faymann nicht leiden können?
Würde jemand eine so gestaltete Umfrage bzw ihre Ergebnisse oder gar Schlussfolgerungen daraus ernst nehmen? Vermutlich. Denn es wird ja auch ernsthaft über die so genannte Islamlehrer-Studie diskutiert. Allerdings nicht über die einzige Frage, die sie tatsächlich aufwirft, nämlich: Was ist bloß aus der Wissenschaft in diesem Land geworden?
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Montag, 19. Januar 2009
Konkurrenz belebt das Geschäft
Google muss, so lese ich, zwei französischen Reiseveranstaltern Schadenersatz zahlen. Denen war nämlich "aufgefallen, dass bei der Eingabe ihrer Namen Werbelinks von Konkurrenten auftauchten. Laut Gericht hat Google es versäumt, dies zu verhindern und die Konkurrenzanzeigen zudem nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet." Das bringt den Klägern nun 350.000 Euro. Und ist sicher ausbaufähig - vielleicht wird demnächst der Telefonbuchverlag verklagt, der ja ganz frech auch die Nummern der Konkurrenz abdruckt oder gar Werbung von denen schaltet ...
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Donnerstag, 8. Januar 2009
Samstag, 29. November 2008
Montag, 17. November 2008
Sherpas
Es müssen alle, die Steuer zahlen, entlastet werden. Es kann nicht bei 4000 Euro brutto Schluss sein. Das ist ein wesentlicher Punkt, der nicht befriedigend besprochen ist. Ich will auch die Leistungsträger beachten, die den Motor für die Verteilung am Laufen halten.
VP-Chef Pröll in der Presse
Ich will jetzt gar nicht sprachnörgeln und mich über den Begriff "Leistungsträger" mokieren, obwohl ich bisher eigentlich dachte, dass Leistung, wenn, dann erbracht und nicht getragen wird. Aber sei's drum. Und vielleicht hat diese Wortschöpfung ja doch gute Gründe? Wenn mensch sich manche der so Bezeichneten anschaut, möcht mensch eh daran zweifeln, dass sie Leistung erbringen - aber Nieten im Nadelstreif sind hier jetzt nicht das Thema.
Sondern: Warum versteift die VP sich so darauf, dass alle Steuerzahler entlastet werden müssen, auch die BezieherInnen hoher und höchster Einkommen? Natürlich will auch jemand, die/der schon sehr viel hat und kriegt, gern immer noch ein bisserl mehr; aber eine Regierung ist ja nicht der Weihnachtsmann. Warum also sollte sie sich so benehmen? Selbst ein "Ich hätt da mal 10 Fragen"-Pröll kann nicht ernsthaft befürchten, dass jene, die seinem Verständnis nach Leistung tragen statt sie zu erbringen, ihr Leistungsbinkerl in die Ecke werfen und sich schmollend dazusetzen und gar nix mehr tun, wenn und weil eine Steuerreform den Abstand zwischen ihren Einkünften und jenen der Armutschkerln um ein paar Promillepunkterln verringert. (Obwohl - wenn mensch sich so anschaut, wie manche managenden SpitzenverdienerInnen die Unternehmen, für die sie verantwortlich sind, dirigieren, wärs kein Schaden, wenn sie streiken täten, im Gegenteil.)
Warum also partout Steuergeschenke für alle und nicht nur Entlastung für die, die das wirklich bitter und existenziell nötig haben? Das Schielen nach WählerInnenstimmen kanns doch nicht sein, schließlich steht noch nicht mal die neue Regierung und bis zur nächsten Wahl ists noch lange hin ... Oder wird das in der VP etwa anders gesehen und gewünscht?
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Welchen Tag hatten wir gestern?
Den 1. April, oder? Das muss so sein, denn wenn gestern nicht der 1. April war, dann sind die 10 Fragen der VP an die SP kein müdes Scherzchen, sondern allen Ernstes ernst gemeint.
Allein schon die erste Frage - Was sind die konkreten Vorschläge der SPÖ, wie wir den gemeinsam vereinbarten Haushaltsplan einhalten können? - offenbart intellektuelle Kapazitäten der Fragesteller, die ob ihrer Nähe zu 0 Kelvin frösteln lassen. Da wird gemeinsam ein Plan erstellt - und dann der Verhandlungspartner gefragt, wie man ihn einhalten könnte?
Schlimmer gehts nimmer, möcht mensch glauben, aber weit gefehlt. Statt dem Fragesteller - der seinen 10-Punkte-Wisch auf dem Niveau von "Wenn die Erde aus Eiscreme wäre, würde sie dann in der Sonne schmelzen?" tatsächlich für entscheidend hält und substanzielle Antworten verlangt (wie wärs mit: "Ja, und sie würde Richtung Mars fließen"?) - einen Lolli ins Papier zu wickeln und ihn in die Sandkiste zu schicken, nennt der Verhandlungspartner die Gschicht tatsächlich konstruktiv und verspricht, alle Fragen brav zu beantworten.
Und lässt schröckliche Vermutungen aufkommen: Nämlich, dass der Verhandlungspartner dieses Gesprächsniveau für ganz normal hält. Weil sich alle Verhandlungsrunden auf einem vergleichbaren Level abgespielt haben.
Bisher gab ich mich der optimistischen Überzeugung hin, dass die Medien bloß alles gar heftigst vereinfacht dargestellt haben, auf dass auch der verschlafenste Rezipient noch mitbekommen möge, was Sache ist. Tatsächlich dürfte wohl eher geschönt worden sein ... Himmel, hilf! Mach, dass April ist!
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Mittwoch, 12. November 2008
Morgengrauen
Warum sind Kaffeefiltermaschinen eigentlich immer so potthässlich? Läuft da ein anhaltender Wettbewerb unter Designern, wer ein neues Modell noch einen Tick klobiger und schauriger gestalten kann? Am liebsten würde ich die alte Maschine, Friede ihrem Plastik, durch eine klassische Porzellankanne plus ebensolchem Filter ersetzen - wäre da nicht der frühe Morgen und meine Beziehung zu ihm, die als problematisch bezeichnet werden muss: ohne wenigstens zwei Tassen Kaffee brauch ich mich am manuellen Aufbrühen gar nicht zu versuchen, das Unheil wäre vorprogrammiert. Irgendwie muss ich also eine Entscheidung unter all den ästhetischen Zumutungen treffen ... und das ohne Kaffee. *frustriertbin*
Freitag, 7. November 2008
Haarig
Rein unter dem Gesichtspunkt der statistischen Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Haarausfall betrachtet: Müsste da die Jahreszeit mit den vielen rumfliegenden Gespinsten nicht eigentlich Altmännersommer heißen?
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Samstag, 1. November 2008
Frauen und Kinder zuerst
... wenns um die Missachtung von Menschenrechten geht:
In Somalia wurde, wie Amnesty International berichtet, ein 13-jähriges Mädchen zu Tode gesteinigt. Die Kleine hatte den Mut gehabt, ihre Vergewaltiger anzuzeigen - und wurde wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs zum Tod verurteilt.
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Freitag, 31. Oktober 2008
Denken ist nicht meine Stärke ...
Naiv, wie ich bin, dachte ich, so ein Bankenrettungspaket wäre als Hilfe für ansonsten dem Untergang geweihte Institute gedacht. Aber nicht zur günstigen Verstärkung der akzeptablen Eigenkapitaldecke eines Unternehmens, das mit seinen Gewinnen lieber sonstwas macht, als sein Fundament zu stärken. Auch nicht dafür, dass ein keineswegs kriselndes Institut weiterhin nette Dividenden ausschütten kann. Und schon gar nicht dafür, dass seine Manager weiterhin Millionengagen kassieren können.
Aber mit dem Denken hab ichs ja nicht so. Ich hab auch nicht gedacht, dass die alpenrepublikanische Identität vom Vorhandensein einer eigenen Fluggesellschaft abhängt. Folglich dachte ich auch nicht, dass man einer solchen die Millionen noch zuhauf in die Verlustzone nachwerfen würde, auf Nimmerwiedersehen. Schon gar nicht dachte ich, dass ein potenzieller Käufer eine marode Airline attraktiver finden könnte, wenn sie ihm möglichst verlustreich statt mit Sparpaket präsentiert wird. Und erst recht nicht, dass die Verantwortlichen einfach weiterwurschteln dürfen.
Aber was versteht unsereins schon davon? Das ist höhere Wirtschaft und wird schon alles so seine Richtigkeit haben und gut und nützlich sein ... für wen, darüber versuch ich lieber erst gar nicht nachzudenken.
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provinz
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Rien ne va plus
Die Leserin tut, was sie immer tut: Unter Mitnahme eines Wunschzettels begibt sie sich in eine der Niederlassungen der Büchereien Wien, um Lesegenuss für die ganze Familie zu besorgen. Ausnahmsweise - weil in Verbindung mit Bald-ist-Weihnachten-Schaufensterbummel - sucht sie zu diesem Behufe jedoch nicht ihre kleine Stammbücherei auf, sondern die große Entlehnanstalt am Urban-Loritz-Platz. Und erlebt ihr blaues Nicht-Weihnachts-Wunder:
An der Verbuchungstheke - den Stress, am Automaten selbst zu verbuchen, will die Leserin sich nicht antun - erhält sie den knappen Bescheid: Nix geht mehr. Sie habe ihr Limit bereits ausgeschöpft. Mehr noch, sie habe es schon - "Das dürfte ja gar nicht sein!" - überschritten. Nun ja, das passiert schon mal, wenn frau regelmäßig nicht nur für die eigene geistige Erbauung sorgt, sondern auch für jene von Mann und Kind, und manchmal auch die Omama bedenkt.
In der Stammbücherei der Leserin werden in solchen Fällen - es geht ja immer nur um ein, zwei Medien zu viel - alle Augen zugedrückt. Im Etablissement am Urban-Loritz-Platz ist die Leserin (die btw nicht an der Sinnhaftigkeit des Entlehnlimits zweifelt) unbekannt. Sie zückt also die vorsorglich mitgebrachte Entlehnkarte des Gemahls, willens, den Stapel auf ihn zu verbuchen. Bleibt ja eh alles in der Familie. In der Hauptbücherei jedoch wird das anders gesehen: Auf fremde Karten kann nicht verbucht werden. Das sei aber doch keine fremde Karte, argumentiert die Leserin, sondern jene des Gemahls, mit dem sie unter einem Dach lebe und dessen Namen sie sogar trage. Das entspricht aber wohl jener Gleichzeitigkeit von Nähe und Ferne, die schon Georg Simmel als Fremdheit definierte; und in der Hauptbücherei bleibt man dabei: Gemahl hin, gemeinsamer Haushalt her - keine Verbuchung auf fremde Karten.
Die Leserin - was bleibt ihr übrig? - klemmt sich also den Bücherstapel wieder unter den Arm und trottet ein paar Meter weiter, zum Selbstverbuchungsgerät. Wo sie nicht ohne Fluchen, aber immerhin ohne Diskussionen über Vorschriften und das Fremde an sich, jedes einzelne der ausgewählten Druckwerke auf den Gemahl verbucht.
Büchereien Wien: Es entspricht der ganz alltäglichen Lebenswirklichkeit, dass in einer Familie immer wieder mal ein einzelnes Mitglied derselben in die Bücherei abkommandiert wird, um für die gesamte Sippschaft Medien zu entlehnen. Ebenso ist es ganz alltägliche Lebenswirklichkeit, dass in diesen Fällen das Familienmitglied die Medien auf eine einzige - meist die eigene - Karte verbucht. Zumal - auch dies ganz alltägliche Lebenswirklichkeit - gar manches Buch von mehr als einem Familienmitglied gelesen und manche CD sogar von der ganzen Familie gehört wird. Dass es ein Entlehnlimit pro Karte gibt, ist zweifellos sinnvoll. Aber wo um alles in der Welt liegt das Problem, bei Überschreitung des Limits auf Papas statt auf Mamas Karte zu verbuchen, wenn Mama, Papa und die Kinder im selben Haushalt leben, was ja anhand der hinterlegten Daten feststellbar ist?
Am Selbstverbuchungsautomaten kann ich mit jeder beliebigen Karte entlehnen - mit meiner eigenen, der des Gemahls, der des Sprösslings, der von Oma und der von Onkel August. Wäre ich eine Bösmenschin, könnte ich am Automaten sogar auf Karten verbuchen, die andere LeserInnen versehentlich liegen gelassen haben, oder noch böser, die ich geklaut habe. Am Schalter aber, wo es möglich ist, meine Identität zu überprüfen, werden nicht mal Karten von Familien- bzw Haushaltsmitgliedern akzeptiert? Wie wärs mit einem Löfferl Logik zum Frühstück, Büchereien Wien?
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stadtrand
Sonntag, 26. Oktober 2008
Erfrischend anders
Es ist zu vermuten, dass die irregulären Schreibweisen, deren Belege ausschließlich Werbetexten entstammen, die Auffälligkeit der ohnehin expressiven Komposita erhöhen sollen.
[ Germanist Michael Hoffmann zeigt sich im Sprachdienst 5/08 voll der Hoffnung, Werbetexters Bibel sei der Duden. ]
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Samstag, 25. Oktober 2008
In der Früh hab ich sie gehasst
... sonntagmittags gehörte sie praktisch zur Familie: Brigitte Xander.
Mit ihrem Namen verbinde ich Wecker, Hunderttausend-Schilling-Quiz und ein Ö3 mit Inhalten statt Content. Ist das nun eine Alterserscheinung? Die Vorfahren ertrugen von Ö3 nur Xanders Quiz und manchmal Cortis Schalldämpfer, schüttelten aber ansonsten die Köpfe über die "Urwaldmusik heutzutage". Ich ertappe mich heute manchmal bei ähnlichen Gedanken, wenn ich Ö3-zwangsberieselt werde. :-)
Aber solls eben der Starrsinn und die mangelnde Flexibilität des Alters sein: Ö3 war früher nicht nur besser, sondern richtig gut. So gut, dass es sonntagabends nie Diskussionen ums pünktliche Heimkommen gab: Um 22.00 Uhr war ich freiwillig zuhaus, denn nie hätte ich Melodie exklusiv versäumen wollen, mit den wunderbaren, poetischen Texten von Alfred Komarek und der seelenschmeichelnden Musik. Apropos: Hätte ich ohne Walter Richard Langer wohl je Zugang zu Jazz gefunden? Country&Western, Chansons, Musik aus Lateinamerika ... kaum vorstellbar, aber sowas hatte auf Ö3 mal fixe Plätze.
Und wenn ich das heutige Hitradiogedudel höre, frage ich mich manchmal, wo da noch Potenzial für eine weitere Bergabentwicklung steckt. Eine solche ist aber unvermeidlich. Schließlich muss - Naturgesetz ist Naturgesetz - auch mein eigen Fleisch und Blut in ein paar Jahrzehnten den Kopf schütteln und wehmütig an die gute alte Zeit zurückdenken können. :-)
Freitag, 24. Oktober 2008
Wo der Kaiser zu Fuß hingeht
... bei Nacht und Wind, auf abgelegener Alp, streckt er vielleicht eine Hand nach Papier aus, das nicht für die Ewigkeit gemacht ist. Bedruckt, von verletzender Schärfe oder weich schmeichelnd - jede Losung folgt, passend zugemessen, derselben, erlösenden. Das war einmal, und es war einmal schön, aber der Kaiser ist gegangen. Und die Jüngeren nun? An den einsamen Ort getrottet oder gerast, erlöst - aber dann keine Zeichen-, Zeilenfolgen für den ewigen Kreislauf. Leere Blätter folgen braunem Schlamm zum Klären, ungeklärt bleibt binärer Botschaften Tauglichkeit als Bewurzelungssubstrat. Irgendwann stehen sie oben, aber dann, ein Klick, und wieder vorbei, dem Nichtssagenden muss man sich nicht widersetzen, man weicht einfach aus, die Macht ist den Jüngeren gegeben, da brauchts kein Zitierverbot.
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Wie die Kinder?
Für Erwachsene, die Deutsch lernen wollen, braucht man beispielsweise spezielle Bücher, die wie Kinderbücher aufgebaut sind: also mit großen Buchstaben und einfachen Texten.
Markus Feigl, Leiter der Büchereien Wien, wird im Interview mit Buch live 10/08 offenbar von Erinnerungen an seine Zeit als Chef der Wienbibliothek-Plakatsammlung übermannt.
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Samstag, 18. Oktober 2008
Pünktchen im Kosmos sind wir doch alle
... wir, der kleine Mann und die kleine Frau ...
[ Bank-Berater & Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina erklärt im Falter 42/08, wer die Rettung der Finanzwirtschaft bezahlen muss ]
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Freitag, 17. Oktober 2008
Bürgerinitiative gegen zweifelhafte Opernaufführungen in Eisenstadt
Ein junger Mann betreibt ein Blog, das sich satirisch mit dem BZÖ auseinander setzt. Er tut dies unter den Domains bzoe.org bzw bzoe.net - womit er nach Meinung eines BZÖ-Funktionärs gegen Markenrechte verstößt: Dem jungen Mann wird eine Klage angedroht. Hat das Bündnis, über dessen Zukunftsträchtigkeit man diskutieren kann, keine anderen Sorgen?
Positiv immerhin die Solidarität der alpenrepublikanischen Bloggerszene, inklusive mehrerer Angebote, die nunmehr gelöschten Satire-Beiträge auf anderen Blogs zu veröffentlichen. Nicht zu vergessen den Kommentar mit Anregungen, den Vorwurf der Markenrechtsverletzung ad absurdum zu führen. :-)
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Donnerstag, 16. Oktober 2008
Sie nannten ihn Zunge
Sollte jemand, der nach 90 Minuten Debatte so aussieht, statt eines Fulltimejobs nicht lieber einen gemütlichen Platz im Schaukelstuhl anstreben?
Dienstag, 14. Oktober 2008
Pietät, gelockert

Für die MitarbeiterInnen des Online-Standard gilt die Pietät-Regel offenbar nicht. Standard-Redakteurin Maria Sterkl nennt Haider einen Teufel, und zeigt sich leicht verwundert, dass er in den medialen Kommentaren zu seinem Tod als Bengelchen dargestellt wird, mit dem zu versöhnen es nur einen kleinen Schritt brauchte, den man immer aufgeschoben hatte.
Nein, man muss tatsächlich nicht über tote Politiker so schreiben, als wäre gerade ein Verwandter gestorben. Aber man muss auch nicht in eine trotzige Justamentnonkonformität verfallen: "Schaut her, was ich mich traue!" Das ist nicht mutig, sondern nur schlechter Stil. Für die Aufarbeitung des Phänomens Jörg Haider bleibt noch viel Zeit - sobald das Begräbnis vorbei ist.
Sonntag, 12. Oktober 2008
Freitag, 10. Oktober 2008
Metternichs Irrtum
Der Balkan beginnt nicht am Wiener Rennweg. Sondern in Vöcklabruck. Und zwar nicht metaphorisch, sondern buchstäblich: Die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck besteht nämlich strikt auf Einhaltung kosovarischen Rechts. Das aber sei, so die BH, bei den Visa-Anträgen der jüngeren Geschwister von Arigona Zogaj nicht der Fall. Weshalb die Anträge der Kinder abgelehnt wurden.
Das ist irgendwie nicht ganz logisch: Wenn im Wirkungsbereich der BH Vöcklabruck das Recht des Kosovo gilt, dann muss doch der Bezirk Vöcklabruck zum Kosovo gehören. Warum brauchen die Kinder dann eigentlich Visa?
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Samstag, 4. Oktober 2008
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Wählers Wille geschehe
Die Wahl hat gezeigt, dass die große Koalition eine mittlere Koalition geworden ist.
[ Werner Faymann in der Kleinen Zeitung ]
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Dienstag, 30. September 2008
Samstag, 27. September 2008
Mir wern kan Richter brauchen
Ich wäre dafür, dass alle Landeshauptleute das Recht bekommen, diese straffällig gewordenen Ausländer abzuschieben. (...) Ich brauch ja auf kein Urteil warten, wenn es auf der Hand liegt, dass die einen Raufhandel hatten und eingebrochen sind.
[ BZÖ-Kandidat Wolfgang Spadiut erläutert dem Falter (39/08), was er unter dem Begriff Rechts-Staat versteht. ]
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Freitag, 26. September 2008
Einmal drüber schlafen

Eine Szene - ein vor einer Woche stundenlang einsam auf dem Rhein bei Köln dümpelndes Schiff -, zwei Wahrnehmungen.
Passagier Markus Beisicht, Vorsitzender des Vereins "pro Köln" und Veranstalter des
Es war doch nett auf dem Rhein, wir hatten gutes Wetter und sind anständig beköstigt worden.
Mitpassagier Harald Vilimsky, FPÖ-Generalsekretär, schilderte nach seiner Heimkehr in die Alpenrepublik dem Falter denselben Ausflug:
Wir nahmen an einer Pressekonferenz auf einem Boot am Rhein teil. Rundherum war die linksmilitante Szene, nicht gerade Blumenkinder. Wir waren Stunden eingekesselt.Wie wird die Geschichte wohl erst klingen, wenn Vilimsky sie dereinst seinen Urenkerln erzählt ...?
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Mittwoch, 24. September 2008
Sonntag, 21. September 2008
Fühl mi do so allan
Wie illegale Einwanderer müssen sich die versammelten Rechtspopulisten vorkommen, ätzte Spiegel TV in einem Bericht über den kollektiven kölschen Widerstand gegen den so genannten Anti-Islamisierungskongress des Vereins "Pro Köln". Der alpenrepublikanische FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky widersprach nicht, sah jedoch in seiner Wortspende das stramme Grüpplein von bezahlten Provokateuren der linksmilitanten Szene ins Abseits gedrängt. Eine Einschätzung, die einer gewissen Logik nicht entbehrt: Wenn Busfahrer, Taxilenker, Wirte & Co freiwillig auf Geschäfte mit der Rechtsaußenpartie verzichten und der Kölner an sich unübersehbar nichts mit dem zu tun haben will, was CDU-Oberbürgermeister Fritz Schramma verfaulte Clique des Eurofaschismus nennt - dann drängt sich natürlich die Folgerung auf, dass, wer sich dennoch nähert, dafür bezahlt worden sein muss. :-)
Vom Bürgermeister aus der Stadt komplimentiert, in der tausende BürgerInnen sich quer stellten, aber selbst am Flughafen mit Hausverbot belegt: Vilimsky sieht einen Skandal der Sonderklasse und fordert eine scharfe Protestnote des Außenministeriums. Und wünscht sich vermutlich, so schlau gewesen zu sein wie sein Parteichef - HC Strache hatte von einem persönlichen Erscheinen in Köln abgesehen und sich auf eine Grußbotschaft beschränkt, in der er dem Verein "Pro Köln" auf dessen Website ganz herzlich zu dieser Veranstaltung gratuliert - was in der Nachschau nun auch fast wie blanke Häme wirkt, die seinen Generalsekretär nicht wirklich trösten dürfte. :-)
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Donnerstag, 18. September 2008
Klammerfadler
Dem Falter würd ich sein neues Outfit weniger verübeln, wenns nicht geklammert daherkäme: Nun muss frau reihenweise Fingernägel opfern, um die übliche Aufteilung unter den ParallelleserInnen in diesem Haushalt vornehmen zu können.
Aber vielleicht werden wir uns in Zukunft eh nicht mehr um den frischen Falter geiern, äh, schmedlern. Oder fadlern? Wurscht, wie die Coverchimäre heißt: Nach dem Relaunch erinnert der Falter optisch frappant ans Gratisbezirksblattl und musste schon vor der Lektüre aus dem Altpapier gerettet werden, in das er so irrtümlich wie blindlings gestopft worden war.
Ach - wär die Ähnlichkeit doch nur auf Äußerlichkeiten beschränkt! Aber mit Kreuzworträtsel, Kochrezept und kleinem Quiz scheint sich auch eine inhaltliche Annäherung anzubahnen. Wie viele der 6000 Wiener Polizisten wollen sich in andere Bundesländer versetzen lassen? Sind es A sechs, B 66 oder C 600? fragt der Falter. Dass sich die auf den Kopf gestellte Lösung B mit ihrer Erklärung, jeder zehnte Polizist wolle den Dienst in der Stadt quittieren, rein rechnerisch ein bisserl beißt - soll sein. Simma doch alle irgendwie Milchmäderln. Aber: 6000 Polizisten in Wien? Hatte der Bürgermeister etwa jüngst Geburtstag und seinen Wunsch nach 1000 zusätzlichen PolizistInnen erfüllt bekommen?
Aber gut, so liefert er doch immer noch Stoff zum Nachdenken, der Falter. Soll er halt grauslich ausschauen, wenns ihm Spaß macht. Hab ich mit dem Teenie des Haushalts nicht ums Outfit diskutiert, werd ich nicht beim Falter damit anfangen. Nur die Klammern, bittschön, die grenzen ja an Körperverletzung, über die sollt man doch noch einmal reden ...
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Dienstag, 16. September 2008
Und die Weiberleut?
Ein g'standenes Mannsbild könne, so verkündet der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, sich am Oktoberfest ruhig zwei Maß Bier gönnen, ohne an Fahrtüchtigkeit zu verlieren. Eine 0,0-Promille-Grenze hält der CSU-Mann nur bei Fahranfängern für absolut notwendig. Warum eigentlich? Entweder verträgt so ein Mannsbild was oder eben nicht.
Bedeckt hält sich der Herr Beckstein bezüglich der Alkoholkompatibilität der Damenwelt. Oder darf, wer kein Y-Chromosom hat, Bier nur servieren? Und muss noch froh sein, wenns keine Schelte gibt für die in der Regel schlecht eingeschenkte Maß? Führerschein brauchen s' eh keinen, die Weiberleut. Weiß mann doch: Frau am Steuer? Ungeheuer!
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